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Prof. Dr. med. Kai Megerle
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Kubitaltunnelsyndrom

Endoskopische Entlastung und modernste Nervenrekonstruktion

Symptome & Ursachen

Verständnis des Kubitaltunnelsyndroms

Das Kubitaltunnelsyndrom (auch Sulcus-Ulnaris- oder Ulnarisrinnen-Syndrom genannt) ist das zweithäufigste Nervenengpasssyndrom. Es entsteht, wenn der Ellennerv (N. ulnaris) auf seinem Weg durch den engen Knochenkanal an der Innenseite des Ellenbogens eingeklemmt oder gereizt wird (umgangssprachlich oft als "Musikantenknochen" bekannt).

Erste Symptome sind typischerweise Kribbeln oder Taubheitsgefühle im Ring- und kleinen Finger sowie ein dumpfer Schmerz an der Innenseite des Ellenbogens, der bis in den Unterarm ausstrahlen kann. Wenn die Kompression fortschreitet und motorische Funktionen beeinträchtigt, bemerken Patienten eine zunehmende Ungeschicklichkeit und einen schwächer werdenden Spitzgriff (Schlüsselgriff) der Hand.

In schweren, späten Stadien führt der chronische Mangel an Nervensignalen zu einem deutlichen Muskelschwund in der Hand. Dies mündet letztlich in eine stark einschränkende Krallenstellung des Ring- und kleinen Fingers (Krallenhand), bei der die Finger dauerhaft eingeschränkt sind.

Arzt bei der Untersuchung von Ellenbogen und Unterarm eines Patienten
Behandlungsansatz

Primäre Behandlung: Endoskopische Dekompression

Wenn konservative Maßnahmen – wie die Vermeidung von Druck und das Tragen einer gepolsterten Nachtschiene zur Streckung des Ellenbogens – Ihre Symptome nicht lindern, ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, um dauerhafte Nervenschäden zu verhindern.

Als hochspezialisierter peripherer Nervenchirurg führt Prof. Dr. Megerle die primäre Entlastung meist minimalinvasiv und endoskopisch auf ambulanter Basis durch. Über einen sehr kleinen Schnitt und mit Hilfe einer Spezialkamera werden die straffen Bindegewebsbänder, die den Nerv einengen, präzise und sicher durchtrennt. Dieser äußerst schonende Ansatz gibt dem Nerv sofort mehr Platz, fördert eine schnelle Heilung und ermöglicht es den Patienten, noch am selben Tag nach Hause zurückzukehren.

In der Vergangenheit war die Verlagerung des Nervs auf die Vorderseite des Ellenbogens (primäre anteriore Transposition) ein gängiges Verfahren. Heute gilt dieser umfangreiche Eingriff bei Primärfällen als Seltenheit und wird meist nur noch bei komplexen Revisionsoperationen (Zweiteingriffen) durchgeführt, falls dies zwingend erforderlich ist.

Minimalinvasiver chirurgischer Eingriff am Ellenbogen
Fortgeschrittene Fälle

Komplexe Rekonstruktion & Revisionschirurgie

Wenn das Kubitaltunnelsyndrom ein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, in dem bereits schwere motorische Ausfälle und Muskelatrophien (Muskelschwund) vorliegen, reicht die bloße Entlastung des Nervs am Ellenbogen möglicherweise nicht mehr aus, um die Handfunktion vollständig wiederherzustellen.

Prof. Dr. Megerle verfügt über große Erfahrung im gesamten Spektrum modernster rekonstruktiver Verfahren und bietet eine umfassende Versorgung für diese komplexen Szenarien. Um die essenzielle Daumenkraft und den Zangengriff wiederherzustellen, können hochspezialisierte Nerventransfers tief in der Hand durchgeführt werden.

Sollte sich bereits eine schwere Krallenhanddeformität gebildet haben, kann Prof. Dr. Megerle die Fehlstellung korrigieren und das mechanische Gleichgewicht durch Tenodesen oder dynamische Sehnentranspositionen wiederherstellen. Diese umfassende, multimodale Expertise stellt sicher, dass auch Patienten mit schweren, langjährigen Nervenschäden oder gescheiterten Voroperationen (Revisionsfälle) das bestmögliche funktionelle Ergebnis erhalten.

Chirurg bei einer hochkomplexen mikrochirurgischen Nervenrekonstruktion

Häufig gestellte Fragen

Wann sollte ich mit meinen Symptomen einen Arzt aufsuchen?

Sie sollten einen Spezialisten aufsuchen, wenn die Taubheitsgefühle im Ring- und kleinen Finger häufig auftreten, Sie nachts davon aufwachen oder Ihre Hand zunehmend ungeschickt wird. Eine langanhaltende Druckschädigung des Nerven sollte vermieden werden.

Bekomme ich nach der Operation einen Gips?

Nein. Nach einer endoskopischen Dekompression wird Ihr Arm in der Regel nur mit einem weichen Verband versorgt. Sie dürfen und sollen Ihren Arm schon bald nach dem Eingriff vorsichtig bewegen, um Einsteifungen zu vermeiden. Ein starrer Gips ist nicht erforderlich.

Wann ist eine Nervenverlagerung (Transposition) notwendig?

Eine vordere Transposition (die Verlagerung des Nervs auf die Beugeseite des Ellenbogens) ist bei einer Erstoperation nur selten erforderlich. Diese Technik ist heute primär komplexen Revisionsoperationen vorbehalten – etwa wenn eine Voroperation gescheitert ist oder der Nerv in Narbengewebe eingemauert ist.

Kann eine verlorene Handfunktion wiederhergestellt werden, wenn der Nerv bereits schwer geschädigt ist?

Ja. Selbst in fortgeschrittenen Stadien, in denen bereits ein schwerer Muskelschwund oder eine Krallenhanddeformität aufgetreten ist, können hochspezialisierte Nerven- oder Sehnentransfers Ihre Greifkraft verbessern und die Fehlstellung der Finger meist korrigieren.