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Prof. Dr. med. Kai Megerle
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Fazialisparese

Moderne rekonstruktive Chirurgie bei Gesichtslähmung

Symptome & Folgen

Was ist eine Fazialisparese?

Die Fazialisparese (Gesichtslähmung) ist eine Funktionsstörung des siebten Hirnnervs (N. facialis). Dieser Nerv ist für die Steuerung der mimischen Muskulatur auf einer Gesichtshälfte verantwortlich.

Ein Ausfall dieses Nervs führt nicht nur zu einer starken optischen Asymmetrie, sondern auch zu massiven funktionellen und psychischen Problemen:

  • Unvollständiger Lidschluss (Gefahr der Hornhautaustrocknung)
  • Erschwerte Nahrungsaufnahme und Probleme beim Sprechen
  • Verlust der emotionalen Ausdrucksfähigkeit
Bild einer Fazialisparese
Über 15 Jahre Erfahrung

Entscheidendes Timing: Die frühe Phase

Prof. Dr. Megerle verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der chirurgischen Behandlung der Fazialisparese. Bei der Wahl der richtigen Therapiestrategie ist das Timing absolut entscheidend.

Besteht die Lähmung weniger als 12 Monate, ist eine Reanimation der ursprünglichen Gesichtsmuskulatur oft noch möglich. Dies wird typischerweise durch sogenannte Nerventransfers erreicht.

Am häufigsten verwenden wir hierfür einen Ast des motorischen Kaumuskalnervs (Nervus massetericus). Dieser gesunde Nerv wird mikrochirurgisch umgeleitet und mit dem gelähmten Gesichtsnerv verbunden, um die Funktion der Muskeln und das Lächeln schnellstmöglich wiederherzustellen, bevor diese unwiderruflich verkümmern.

Behandlungsbeispiel Fazialisparese frühe Phase
Chronische Lähmung & Komplikationen

Muskeltransfer & Duale Innervation

Für langjährige Lähmungen (über 12 Monate), bei denen die Gesichtsmuskulatur bereits irreparabel abgebaut wurde, wenden wir ein klassisches, hochkomplexes Konzept an: Ein Cross-Face-Nerventransplantat (Nerventransfer von der gesunden Gesichtsseite) in Kombination mit der Transplantation eines Muskels aus dem Oberschenkel (M. gracilis).

Ein hochinnovatives ist die duale Innervation. Hierbei werden beide Techniken kombiniert – der verpflanzte Muskel wird sowohl an den Masseterikus-Nerv als auch an den Cross-Face-Nerv angeschlossen, um ein noch kraftvolleres und spontaneres Lächeln zu erzielen.

Eine häufige Komplikation bei spontanen Heilungen ist die Synkinesie. Diese unwillkürlichen Mitbewegungen (beispielsweise schließt sich das Auge automatisch, wenn der Patient lächelt) sind eine sehr häufige Komplikation, die nach einer spontanen, aber fehlgeleiteten Erholung des Nervs auftreten kann.

Mikrochirurgische Nervenrekonstruktion und Muskeltransfer

Häufige Fragen zur Fazialisparese

Wie lange dauert die Heilung bei einer Fazialisparese?

Die Heilungsdauer hängt stark von der Ursache und Schwere der Lähmung ab. Bei leichten Formen kann sich der Nerv innerhalb weniger Wochen regenerieren. Nach operativen Rekonstruktionen kann es mehrere Monate bis zu einem Jahr dauern, bis das endgültige Ergebnis sichtbar ist.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Operation?

Ja, da es sich bei der Behandlung einer Fazialisparese um einen medizinisch notwendigen Eingriff zur Wiederherstellung der Funktion (z.B. Augenschluss) handelt, werden die Kosten in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen.

Gibt es auch nicht-operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Symmetrie?

Ja. Neben der chirurgischen Rekonstruktion setzen wir sehr erfolgreich Botulinumtoxin (Botox) ein. Damit können wir eine Überaktivität der gesunden Gesichtsseite dämpfen, um in Ruhe ein symmetrischeres Gesamtbild zu schaffen, oder störende Mitbewegungen (Synkinesien) auf der erkrankten Seite behandeln.

Sind die Narben nach einer operativen Gesichtslähmungs-Korrektur sehr auffällig?

Bei Nerven- und Muskeltransfers werden die notwendigen Schnitte so gut wie möglich in natürliche Hautfalten (beispielsweise vor dem Ohr, ähnlich wie bei einem Facelift, oder in feine Halsfalten) gelegt, sodass sie nach der Ausheilung kaum noch sichtbar sind.